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Tarte itératif mit Kollateral-Saft, -Sirup und -Marmelade.

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Ihr kennt das: Man presst Orangensaft und fragt sich, wo man die Orangenschalen hinwerfen soll. Beim Kompostieren scheiden sich die Geister, und da der Trend ja gerade zum Hamstern geht, wäre Marmelade eine gute Verwendung, Sirup auch. Nachteil: Dann hat man wieder zu viel Lagerware im Keller und der derzeit ja verbotene Besuch denkt, man werde langsam zum verschrobenen Prepper.

Das muss nicht sein, und dafür gibt es diesen tollen Kochprozess, an dessen Ende ein Saft zum Gleichtrinken, ein Sirup (et sa pulpe!) für die nächsten Tage, eine Marmelade für die nächsten Jahrzehnte und ein Kuchen für heute nachmittag stehen.

Ihr braucht:
1 – 1,5 Kilo Saftorangen mit unbehandelter Schale
2 Pfundpäckchen 2:1 Gelierzucker
1 Prise Salz
Leitungswasser
300g Mehl
150g Butter
1 Prise Salz
1 Eigelb
1 EL Wasser

Technik:
Orangensaftpresse nach Wahl
Rührgerät oder Küchenmaschine mit Knethaken (ersatzweise Holzlöffel, Geduld und Ausdauer)
5-L-Topf
2-L-Topf
Sieb
4 Schüsseln
2 Marmeladengläser für 750 ml Inhalt, steril abgekocht
Flasche mit festem Verschluss für ca. 500 ml, steril abgekocht
Tarteform

1. Saft pressen, Schalen gründlich leerpressen.

2. Wuchsstellen von den leeren Schalen wegschneiden und die Schalen in kleine Stückchen schneiden, ich peile Streifen von 3*0,3 Zentimeter an und sage mir dabei, dass Perfektion der Feind des Guten ist.

3. Kleingeschnittene Orangenschalen in einen 5-Liter-Topf geben, mit Wasser auffüllen, zum Kochen bringen und bei kleiner Flamme 2-3 Stunden köcheln lassen. Evtl. jetzt frühstücken (mit Orangensaft)!

4. Orangenwasser abgießen, es nimmt die Bitterstoffe weitgehend mit.

5. Abgetropfte Schalen mit 1 Pack Gelierzucker verrühren und ca. 500 ml kaltes Leitungswasser angießen. Aufkochen, 1 Stunde köcheln lassen, abgießen und den entstandenen Sirup in eine hitzefeste Flasche abfüllen, hält sich ca. 1 Woche im Kühlschrank, mit Glück auch länger.

6. Abgetropfte Schalen mit dem zweiten Pack Gelierzucker verrühren, ggfs bis zu 100 ml Wasser angießen, falls die Mixtur sonst zu fest wäre. Langsam erhitzen, dann 5-10 Minuten sprudelnd kochen, in vorher abgekochte Marmeladengläser füllen. Ich kam auf genug für 1* 500 ml und 1* 250 ml.

7. Mehl, Prise Salz und Butter gründlich zu einem homogenen Puder vermischen. Das kann ein Rührgerät besser und geduldiger als ich, aber das kann jeder selbst entscheiden. Je homogener, desto besser. Dann zunächst 100 ml Wasser angießen, bis sich ein fester, nicht klebriger Teig formt. Je nach Mehl kann das auch ein paar ml mehr benötigen. Aber vorsichtig – man bekommt das Wasser schlecht wieder aus dem Teig.

8. 1/4 des Teigs nach Gewicht abnehmen, in eine Schüssel legen. Die 3/4 auf den Durchmesser der Tarteform plus 3-4 Zentimeter ausrollen, in die Tarteform legen.

9. Sehr süße Geschmäcker können 500 ml Marmelade reinschütten, wer es eher normal süß mag, wird mit den 250 ml ggfs. glücklicher.

10. Das restliche Teigviertel ausrollen, in Streifen der Länge des Tarteform-Durchmessers schneiden und Oberfläche weben, siehe Foto. Wenn Teig übrig ist, das Deko-Ich rauslassen, ich mach Kugeln, Talente könnten Blümchen etc zaubern.

11. Eigelb mit knappem EL Wasser verrühren und die sichtbaren Teigstellen damit vorsichtig einpinseln.

12. bei 220 Grad ca 25-30 Minuten backen, je nach gewünschter Bräunung, vgl. Foto

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