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Anschauen: Engineering an Empire

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Es sieht nach einem langen Weg aus – vom Broadway zum Mann hinter der Robocop-Maske, zum Geschichtsdozenten zum Dexter-Gaststar. Ihm aber, Peter Weller, scheint es leicht von der Hand zu gehen. Wohl auch deshalb gehen auch die von ihm moderierten Episoden von Engineering an Empire beim History Channel so leichtfüßig ins Hirn. Peter Weller schafft, was bestenfalls Ranga Yogeshwar in seinem etwas verschiedenen Bereich der naturwissenschaftlichen Bildungsunterhaltung schafft – aber ausdrücklich nicht die anderen Kollegen, seien es der unvermeidliche Guido Knopp oder gar die Infotainer Aiman Abdallah (Galileo) oder Hendrik Hey (Welt der Wunder): Geschichte fluffig bis spannend zu erzählen, ohne boulevardesk zu wirken. Weller schafft es mit einer Mischung aus sympathischer Arroganz, schauspielerischer Professionalität, Persönlichkeit und nicht zuletzt umfassendem Wissen.

Daran kratzt im deutschsprachigen Raum im Geschichtsbereichhöchstens Maximilian Schell mit seiner Moderation der Terra X-Folgen unter dem Titel Imperium – für meinen Geschmack aber zu pathetisch und gänzlich humorlos.

In der Karthago-Folge kauft man Weller den Gesichtsausdruck des römischen Feldherrn ohne jede Andeutung ab. Dass er Paris und die französische Geistesgeschichte deutlich besser kennt, als es für diese Moderation nötig wäre, ist offensichtlich. Das gibt ihm eine angenehme Selbstsicherheit – und vor allem nochmehr von dem, woran es nicht-Schauspielern in diesem Setting wohl immer fehlen wird: Echte Präsenz vor der Kamera.


Ergänzende Medien:

Autor: Dirk Stascheit

Ich arbeite als freier Journalist und bastle mit Wordpress und ebook-Formaten. Ich habe Journalistik und Psychologie an der Universität Leipzig studiert - dadurch darf ich mich nun Diplom-Journalist nennen. Neben dem strukturierten Informieren anderer Menschen koche ich gern, gehe Fliegenfischen und wandere.

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