dirgital

Innovationen schönreden seit 1982

Dezentral ist besser: Mögliche Missverständnisse der Post-Atom-Ära

| Keine Kommentare

Was folgt nach einem Atomausstieg?

Wenn die Bürger keine Lust haben, Überlandleitungen von der Küste in den Süden durch ihren Landkreis zu akzeptieren, dann ist das ihr gutes Recht. Die Alternative zu großtechnischer nuklearer Energieerzeugung kann doch nicht ernsthaft die großtechnische regenerative Erzeugung sein. Von den ökologischen Konsequenzen riesiger Solarfelder und von Überlandleitungen ganz zu schweigen.

Sinnvoller ist die dezentrale Erzeugung. Wo sich große Energiemengen geradezu aufdrängen, beispielsweise in Küstennähe, auf dem brandenburgischen oder bayrischen (Solar oder Biomasse)-Acker oder auch per Geothermie im Oberrheingraben oder dem Bayerische Molassebecken, kann dies ja großtechnisch abgeschöpft werden. Um größere Energieverluste zu vermeiden, sollte diese Energie aber möglichst lokal abgenommen werden.

Wie wär’s mit echter Marktwirtschaft?

Wer in Baden-Würtemberg oder Bayern energieintensiv produzieren möchte, muss sich einen Kopf darüber machen, woher die Energie kommt. Wenn es zu teuer ist, muss das Unternehmen eben beispielsweise in die windreichen Gebiete von Meckpomm oder Schleswig-Holstein umziehen.

Das würde auch das ein oder andere Ungleichgewicht zwischen den Bundesländern korrigieren.

Die Speicherfrage

Neben den Widerständen der bösen „Wutbürger“ gegen neue Überlandleitungen wird auch gerne die mangelnde Speicherbarkeit von Energie angeführt. Doch auch dafür gibt es Alternativen.

  • Pumpspeicherkraftwerke
  • unterseeische Stromleitungen, etwa von Windenergiefeldern im Nordwesten nach Norwegen (zB. NorGer-Projekt), um a. überschüssigen Strom in dortigen Pumpspeicherkraftwerken zu speichern oder b. schlicht Wasserkraft zuzukaufen
  • Wasserstoff bzw. Methanolökonomie – mit Solarthermie erzeugter Wasserstoff (zb in Spanien, Nordafrika) kann in Methanol oder Ethanol verarbeitet werden, den man dann recht simpel (im Vergleich zu Wasserstoff) transportieren und entweder in Brennstoffzellen oder gleich wie Benzin benutzen kann (zB. E85).
  • Smart Grid – Je mehr Akkus in Gebäuden oder Autos installiert sind, desto größere Strommengen können darin kurzfristig geparkt werden, je nach Netzkonfiguration

Täusche ich mich? Sagt es mir in den Kommentaren.

Autor: Dirk Stascheit

Ich arbeite als freier Journalist und bastle mit Wordpress und ebook-Formaten. Ich habe Journalistik und Psychologie an der Universität Leipzig studiert - dadurch darf ich mich nun Diplom-Journalist nennen. Neben dem strukturierten Informieren anderer Menschen koche ich gern, gehe Fliegenfischen und wandere.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.